Organisation

Die Weiterbildung umfasst 80 Unterrichtseinheiten (á 45min). Diese sind aufgeteilt in 4 Module.

 
Die Module finden jeweils an Wochenenden statt (Sa+So). Bisher war es üblich, dass alle Module in Präsenzunterricht stattfinden.
Durch die geltenden Hygienevorschriften in Pandemiezeiten werden einzelne Module oder ganze Seminarreihen auch als Live-Online-Seminar durchgeführt. 

Die Anerkennung der Online Seminare erfolgt durch die Landesärztekammer Niedersachen und wird im Rahmen der gegenseitigen Anerkennung zwischen den Landesärztekammern, in der Regel auch von allen anderen Ärztekammern anerkannt.

Die Art der Durchführung der Seminare (Präsenzunterricht / Live-Online) ist unter dem Menüpunkt „Termine & Tarife“ entsprechend kenntlich gemacht oder bereits als komplette Live-Online Seminarreihe ausgewiesen.

 

Jedes Modul umfasst: Theorie, Verbale Intervention & Balintgruppenarbeit. Diese Anteile sind in den vier Modulen in ausgewogenem Maße verteilt.

Standortwechsel:  Diese Aufteilung von Theorie, Verbaler Intervention & Balintgruppenarbeit ist an allen AIM-Standorten gleich. Dadurch wird ein Wechsel zwischen den Standorten bei Terminschwierigkeiten möglich.
Achtung: Für Kolleginnen und Kollegen aus BAYERN: Ein solcher Wechsel an einen anderen Standort muss vorab bei der BLÄK angezeigt und genehmigt werden.



Wichtiger Hinweis:
Die Abfolge der Themen an den einzelnen Wochenendseminaren kann von Lehrgang zu Lehrgang variieren. Teilnehmer, die zwischen zwei Serien wechseln, tragen deshalb das Risiko, dass sie einzelne Vorträge im Theorie-Block bereits gehört haben. Wir möchten deswegen dringend darum bitten, einen Lehrgang von Anfang bis zum Ende zu buchen und notfalls auf den angebotenen Ersatztermin in Hannover auszuweichen.

Theorie (20 UE)

➤ Vermittlung theoretischer Grundlagen
    
➤ Findet mit allen Teilnehmern zusammen statt

Verbale Intervention (30 UE)

➤ Handlungskompetenz

➤ Für Übungen und Diskussionen
    werden kleinere Gruppen gebildet (10-20)

Balint-Arbeit (30 UE)

➤ Es muss mindestens eine Zeitspanne von
    6 Monaten zwischen dem Anfang und
    dem Ende der Balint-Gruppenarbeit liegen

➤ Diese findet in Kleingruppen statt (8-12)

Inhalte

Theorie (20 UE)

Mit besonderem Schwerpunkt – und teilweise stellvertretend für ähnliche Syndrome – werden u. a. die folgenden Beschwerdebereiche behandelt:

■ Schmerzstörungen

■ somatoforme ('funktionelle') Erkrankungen

■ Störungen bei der Krankheitsbewältigung
   (z.B. beim Tinnitus)

■ Essstörungen und Adipositas

■ Stressfolgestörungen
   (z.B. Posttraumastörungen)

■ Seltene und 'neue' Krankheitsbilder
   (z.B. 'Multiple Chemical Sensitivity')

■ Angsterkrankungen und depressive
   Erkrankungen

Verbale Intervention (30 UE)

Die Vermittlung von Gesprächskompetenz geschieht in einem zweistufigen Vorgehen:

(1) Unterrichtung in verbaler Basistherapie
Die Teilnehmer erwerben eine grundlegende Gesprächskompetenz, die sich u. a. durch folgende Skills auszeichnet: die Fähigkeit zum aktiven Zuhören, das zielgerichtete Spiegeln, die Aufklärung von Motiven und Ängsten über die Klarifikation von Affekten, die Motivation des Patienten zur Übernahme eines psychosomatischen Krankheitsmodells und zu mehr Eigenverantwortung in der Bewältigung der Erkrankung. Für die Vermittlung der beschriebenen Gespräch-Skills wird ein modifizierter nicht-direktiver Ansatz der Gesprächsführung als besonders geeignet angesehen.

(2) Spezifische Gesprächskompetenz entsprechend dem Störungsbild des Patienten
Für die meisten der genannten Störungsbilder können lösungsorientierte Interventionen oder Interventionsrichtungen benannt werden, die im Rahmen der psychosomatischen Behandlung dieses Patienten fokussiert werden sollten. Für den Schmerzpatienten wäre das z. B. die Ermutigung zur Wiederaufnahme von Aktivitäten, für eine Bulimie-Patientin wäre dies das angemessene Ausloten der Schlankheitswünsche und die Vereinbarung einer angemessenen Ernährungsmenge.

Balint-Arbeit (30 UE)

Die Ziele der Gruppenarbeit bestehen darin, die Arzt-Patient-Beziehung und die Praxis der professionellen Beziehungsgestaltung helfender Berufe zu fördern sowie die eigene Einstellung bzw. Haltung in diesen Beziehungen zu untersuchen.

Dadurch eröffnen sich Möglichkeiten, „schwierige“ Patienten besser zu verstehen und die professionelle Kompetenz im Umgang mit Patienten zu erhöhen.

Die Gruppenarbeit hat sich zudem als hochwirksames Instrument der Qualitätssicherung erwiesen. Auf der anderen Seite dient die Balintgruppe dazu, den Arzt(Helfer) emotional zu entlasten und Burnout-Erscheinungen entgegenzuwirken.

Neurobiologische Erkenntnisse legen einen Zusammenhang nahe zwischen dem anspruchsvollen, zunehmend belastenden und pausenlosen Beziehungsgeschehen bei Ärzten (und anderen helfenden Berufen) und dem Anstieg stressbedingter Gesundheitsstörungen.

Die stärkende Erfahrung von gegenseitigem, kollegialem Verständnis wird als wohltuende Alternative zur häufig vorhandenen Einzelkämpferposition erfahren.